Jahresbericht 2015

Jahresbericht 2015

Das Jahr 2015 stand ganz im Zeichen der Renovation unserer Jacht Inuit. Das Schiff ist nun seit 12 Jahren ununterbrochen im Einsatz. In dieser Zeit wurde es laufend gut unterhalten und teilweise erneuert. Dieses Jahr musste jedoch eine grössere Revision in Angriff genommen werden. Weitere Detail siehe Bericht von Georg. Das ganze war leider nicht ganz billig. Zum Glück war die Antwort auf unser Hilferuf diesbezüglich anfangs Jahr dermassen positiv! Wir haben für die Renovation der Inuit tatsächlich über 47 000.- Franken zugeschickt bekommen. Noch nie habe ich so viele Spendenverdankungen abgeschickt. Dies haben wir so kaum erwarten dürfen, hat uns aber gezeigt wie treu unsere Freunde sind!!! Vielen Dank!!!

Zahlen:

Gleich dem letzten Jahresbericht möchte ich den Block „Zahlen“ beibehalten. Für manche sind und bleiben es blosse Zahlen. Hingegen kann man hinter diesen Zahlen auch grosse Anstrengungen, schöne, erholsame Tage und Abenteuer wittern.
Im Jahr 2015 war die INUIT 18 Wochen auf See und segelte dabei 3501 Seemeilen. Dabei wurden 459 Bord- Tage von unserem Zielpublikum auf der INUIT gezählt (Menschen mit Behinderung, Schüler und Jugendliche).

Wir konnten Fr. 29 501.- Abschreibungen machen. Wir erhielten Fr. 48 004.- Spenden, ganz herzlichen Dank. Die Buchhaltung weist einen Aufwand von Fr. 111 311.- bei einem Ertrag von Fr.114 922.- aus. Es bleibt ende Jahr ein Gewinn von Fr. 3611.-

 
Unterhalt Inuit 2015 – schaffen wir das??

Neben den jährlich wiederkehrenden Unterhaltsarbeiten am Schiff, wie Motorservice und Unterwasserschiff reinigen und mit Antibewuchsfarbe streichen, kamen in diesem Jahr 3 zusätzliche Hürden (auch finanzieller Art auf uns zu)

  1. Der Mast stand auf dem Schiff seit 2004 und wurde zwecks Kontrolle nie gelegt. Die Haupt- Mastverspannung (Wanten) mussten auch erneuert werden.

  2. Die Plage vom Bettwanzenbefall musste dringen behoben werden, nach 3 erfolglosen Behandlungen von professionellen Firmen.

  3. Die Innenverkleidung vom Boot musste nach 11 Jahren intensiven Gebrauchs erneuert werden.

Die Offerte für die Wanzenbehandlung machte uns doch sehr nachdenklich: 18.000,-
Aus dem Vorstand jedoch wurde Zuversicht signalisiert: wir werden das stemmen! Es wurde nicht gesagt: “Wir schaffen das...“ . Das Echo auf unser Rundschreiben, bevor wir das Projekt in angriff nahmen stimmte uns jedoch zuversichtlich.

Am 3.5.2015 wurde der Mast demontiert und das Schiff in Port Napoleon an Land gestellt mit einem Sicherheitsabstand von 25m zu jedem anderen Objekt. Mit der Begasung wurde begonnen.

Nach 5 Tagen konnten wir wieder aufs und ins Schiff um mit den eigentlichen Renovations- und Unterhaltsarbeiten zu beginnen.
Das Unterwasserschiff wurde abgekratzt und mit 2x Antifoulinganstrich versehen, Propellerwellen wurden ausgebaut und an Steuerbord wurde ein neuer Propeller montiert – eine Drecks- und Knochenarbeit! Der rote Zierstreifen über der Wasserlinie wurde ausgebessert und überstrichen.
Der Mast wurde für die neuen Mastverspannungen kontrolliert und angepasst. Zu unserer grossen Freude, hatte der Mast am Fuss keinerlei Korrosionsspuren, was nach 11 Jahren nicht unbedingt selbstverständlich ist! Die Segel wurden nach Meersburg zu unserem Segelmacher gebracht und revidiert. Dabei konnte die neue Rettungsinsel aus Deutschland über den Zoll gebracht werden, da sonst sehr hohe Frachtgebühren (Gefahrengut) angefallen wären.

Hubert Gygax, Vereinspräsident

Die Wandverkleidung der Kabinen wurde erneuert und alle Matratzen und Schlafmatten wurden mit einem abwaschbaren Bezugsstoff überzogen. Die Segelabdeckung (Lazyjack) wurde erneuert.
Zuletzt trafen dann doch noch die neuen Mastverspannungen ein. Natürlich passte nicht alles und musste angepasst werden – ein Albtraum unter Zeitdruck!

Dann einwassern und Mast stellen am 3.6.2015.
Alleine 2 Tage brauchten wir, bis der Mast - Trimm (Spannung der einzelnen Komponenten) perfekt passte.
Bei einem kleinen Probetörn belohnte uns die INUIT mit super Segeleigenschaften. Auch die Manöveriereigenschaften unter Motor haben sich wesentlich verbessert.

Ein ganz spezieller Dank für den unermüdlichen Einsatz vor Ort geht an Stefan Kaul, Kathrin Weber, Bruno Huber, Beatrice Benamara, Raoul Marti, Aaron Röthlisberger und Georg Domeyer als Koordinator und Mädchen für alles.
Am 6.6.2015 fand der erste Törn mit unserm Zielpublikum statt. Die INUIT ist seit dem wieder voll im Einsatz. Lobende Rückmeldungen über den Zustand des Schiff’s, sind von verschiedenen Skippern eingegangen. Vor allem, es ist seit dem Bettwanzen frei!

Leider waren die Törns 2015 z.T. unterbelegt, so dass wir nicht immer kostendeckend fahren konnten. Die Vollbuchung in diesem Jahr stimmen uns sehr zuversichtlich!

Georg Domeyer

Törnbericht von Beatrice Benamara 1-8 August 2015

Mit nur zwei Teilnehmern starteten wir am 1. August ab Genua zu unserem 2-Wochen-Törn. Unsere Gäste schätzten es, einfach mit uns allein fast einen Privattörn zu machen. Die zwei verstanden sich auch sehr gut. Bei tollen Bedingungen - Sonne, Wärme pur und guter Wind - segelten wir Richtung Korsika. Cap Corse und

Saint-Florent waren unsere Ziele. Danach trieb uns der Wind nach Elba. Rund um diese Trauminsel hatten wir Zeit, um Landausflüge zu machen, zu schwimmen, gemütlich auf Deck das Nichtstun zu geniessen, bevor es zur nächsten Destination ging. Capraia - einfach immer wieder eine Trauminsel, die zum Verweilen einlädt. Gemütliche Abende an Deck rundeten jeweils unsere Tage ab.

Doch auch zwei Wochen gehen leider schnell vorbei, so mussten wir uns vom Wind wieder Richtung La Spezia treiben lassen. Eine Übernachtung fast mitten auf offener See (da das Meer vor der Küste der Toscana oft nicht sehr tief ist) war etwas Spezielles. Zum Glück hatte es keine Wellen, sodass die Nacht ruhig verlief.

Mit gemütlichem Abendessen in einem kleinen Restaurant im Hafen von Fezzano beschlossen wir unsere schönen zwei Wochen. Am Samstag ging‘s mit dem Velaventura-Bus wieder Richtung Schweiz.

Eine Seereise von Port St. Louis nach Imperia im Juni 2015

In Port St. Louis sinkt bereits die Tageshitze als wir die Inuit mit den Vorräten für unseren Törn beladen. Die Kojen sind zugeteilt, die Schwimmwesten anprobiert, die Leinen schnell gelöst. Aus der Schleuse des Rhonekanal biegt ein Kanaltanker in das städtische Hafenbecken und steuert auf eine Ölumpumpstation zu. Wir geniessen den Sonnenuntergang während wird unter Segel den Golf de Fos queren und die Anse du Verdon ansteuern, wo wir vor Anker gehen. Unsere Gäste von Procap sind bereits zum zweiten und dritten Mal mit uns auf See und kennen das Schiff und die Crew. Am

nächsten Morgen segeln wir nach einem Morgenbad nach Marseille. Die Einfahrt in den Vieux Port verursacht mir immer noch ein kribbeln im Bauch, fahren wir doch am ehrwürdigen Fort St Jean vorbei in das über dreitausend Jahre alte Hafenbecken, umsäumt von ehrwürdigen Stadtbauten, in eine Gewimmel von ein- und auslaufenden Jachten.

Wir müssen natürlich die Kathedrale besichtigen und verbringen die Nacht in dieser tollen Stadt. Die grösste Attraktivität ist die östlich der Stadt gelegene Calanque mit ihren Badefiorden und dem Naturhafen Port Miou, wohin unsere nächste Etappe uns führt.
Auch das sonnenverwöhnte Toulon dürfen wir nicht missen, welches wir erst im ersten kühlenden Schatten der tiefer stehenden Sonne besichtigen. Mit guten thermischen Winden segeln wir weiter nach St. Tropez, wo ein kräftiges Gewitter uns den Ausgang vermiest. Das Muse Naval de la Citadelle entschädigt uns mit einer tollen ganz neuen Ausstellung über die Geschichte der hübschen Stadt und die Seefahrt zu Zeiten grosser Segelschiffe.

Das Sommerwetter verwöhnt uns täglich mit
leichten Briesen, ab und zu kräftigen Winden und
ruhigen Ankernächten. Südfrankreich ist voller
Überraschungen. Steht doch das Forteresse ST.
Honorat wie eine schottische Burg im Wasser und
kann wohl ein letztes Mal vor der anstehenden
Renovation noch von uns erklettert werden.
Cannes lassen wir links liegen. Wir besuchen
stattdessen Nizza und Menton. Menton ist eine
Reise wert. In verwinkelten Gässchen trinken wir
eisgekühlte Zitronenlimonade, welche traumhaft erfrischt. Der östliche Küstenabschnitt bis Imperia ist windarm und etwas reizlos. Umso mehr überrascht uns Imperia mit einem kleinen Handelshafen, welcher sich mittlerweile zu einer Flaniermeile mit Strassencafes entwickelt hat und einem wunderhübschen Altstadthügel, wo wir in einem charmanten Restaurant mit italienischer Küche verwöhnt werden, na ja, es ist leider auch schon unser Abschiedsessen nach einem tollen zwei Wochentörn.

Urs Kernen, Skipper


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