Jahresbericht 2012

 




Im Februar starteten die Saison ein paar unerschrockene Segler im Mar de Alboran mit einem neuen Unterwasseranstrich und einem rassigen Törn von Almerimar nach Tarifa und zurück. Sie klopften Farbe und ein paar Sprüche. Die Cote d Azur bescherte uns mit zahlreichen traumhaften Badebuchten und guten Windverhältnissen eine erlebnisreiche Sommersaison. Georg überführte die Inuit im Spätherbst wieder nach Almerimar.

Stellvertretend für alle zitiere ich aus dem Bericht einer Mitseglerin:

„Am anderen Morgen starteten wir mit einem frischen Müsli und selbstgebackenem Brot. Mit dem Segelsetzen kamen erste Anweisungen und Erklärungen: Backbord ist links, Steuerbord rechts und schon segelten wir der südfranzösischen Küste entlang. Ich genoss jeden Tag. Auch wenn ich nicht so mobil bin, durfte ich Wache halten und das Schiff steuern. Es gab immer viel zu tun: Segel setzen, Segel einholen, wenden, abfallen etc.. Am 2. Tag erreichten wir Marseille, eine alte Hafenstadt. Neue Hochhäuser und alte Kirchen stehen zwischen Felsen und Häusern aus mehreren Jahrhunderten. Anderntags nach dem Mittagessen legten wir ab und segelten in Richtung Cassis/Calanque. Am Abend ankerten wir in einer kleinen Bucht und sahen einen fantastischen Sonnenauf- und Untergang.
Calanques ist eine Landschaft mit weissen Kalksteinfelsen. Teilweise gibt es lange Buchten, die sich wie kleine Fjorde ins Land hinein schlängeln. In diesen Buchten liegen die Schiffe dicht beieinander und der Skipper brauchte viel Geduld und noch mehr Geschick, um zwischen den Segelschiffen die Inuit an ihren Ankerplatz zu steuern. Am Abend fuhren wir mit dem Dingi ans Ende der Bucht und gingen zu Fuss weiter in das Städtchens Cassis. Dort war gerade ein grosses Fest und wir kamen in den Genuss eines grossartigen Feuerwerkes. Der Heimweg war eine „Nachtwanderung“, gut hatten wir unsere Taschenlampen dabei. Dank der guten Organisation und Hilfe des Leitungsteams wurde diese Reise zu einem grossartigen Erlebnis für mich. Trotz unserer unterschiedlichen Charakteren und Handicaps wurden wir ein gutes Team. Jeder half dem Anderen, jeder bekam die Zeit, die er brauchte, sei es beim Segeln, Kochen oder Abwaschen. Ich genoss den Wind in meinem Gesicht und bestaunte die Sonnenauf- und Untergänge. Wenn ich Hilfe brauchte, war immer jemand da, Mitreisende oder Team“.


Der Vorstand hat sich teilweise neu konstituiert. Res Bollmann ist von Simone Tritten abgelöst worden. „Wir danken Dir Res ganz herzlich für Deinen grossen Einsatz für Velaventura und sind enorm froh um Dein weiteres Engagement als Skipper. Wir heissen Simone herzlich willkommen“.
Nebst Georg Domeyer sind Simone Tritten, Hubert Gygax, Simon Schär und Urs Kernen im Vorstand.

Ein paar Zahlen: Im Jahr 2012 wurden 723 Anwesenheitstage auf der INUIT gezählt (456 Bord-Tage von Jugendlichen, Schüler und Menschen mit Behinderung). In 30 Wochen segelte die Inuit 7‘656 SM und 2‘200 SM unter Motor im nördlichen Mittelmeer. Wir konnten Fr. 20‘000.- Abschreibungen machen. Wir erhielten Fr. 12‘000.- Spenden, ganz herzlichen Dank. Die Buchhaltung weist einen Verlust von Fr. 5‘026.- bei einem Aufwand von Fr. 85‘188.- aus.




Wohin steuern wir: Frühjahrs- und Herbsttörns sind wind- und risikoreicher. Um die Auslastung der Inuit hoch zuhalten, bieten wir für die kommende Saison fünf Törns für Gäste ohne Handycap über via verde Reisen an. Sie sind als ökologische Städtereisen über den Seeweg konzipiert.
Diese Törns dürfen Sie, liebe LeserInnen, auf unserer Website direkt buchen.
Spenden fliessen nach wie vor in die Törns mit unseren Zielgruppen, welche weiterhin günstiger angeboten werden. Um den Komfort zu steigern, planen wir die Vorschiffskabinen von drei auf zwei Kojen umrüsten zu können. Georg hat bereits fast den gesamten Deckbelag mit Tretmaster erneuert, das Cockpit und den Salon gestrichen, besten Dank für deine grosse Initiative.

Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr mit grossartigen Begegnungen und Segelabenteuern zurück. Aber wie konsolidieren wir den Erfolg? Dieser Frage ging unsere PR Gruppe nach. Sie kreierte flugs einen neuen Flyer und organisierte ein bisschen „Fame“. …. mit Schettino an Bord, der kann das. Der schaffte über Wochen Präsenz in der Presse mit seiner Costa Concordia. Was aber die italienische Justiz nie begriff, scheint nun durch diesen heimlichen „Schnappsschuss“ geklärt und von Velaventura exklusiv veröffentlicht: Wie schaffte er es als erster von Bord zu gehen:




Wir danken unseren Partnern Pro Cap, dem Humanushaus, der Stiftung Denk an mich und allen ehrenamtlichen HelferInnen, welche den Erfolg und die hohe Qualität unserer Reisen ermöglichen.

Aarau im Januar 2013, für den Vorstand: Urs Kernen


Dieses Dokument als PDF herunterladen